Regionalverbandstag 2011
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Umweltminister Remmel dankt den Schornsteinfegern
Düsseldorf – Bereits zum dritten Mal fand am Samstag, den 09.07.2011 der Regionalverbandstag des ZDS der Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen statt.
Dieses Jahr ging es für die Delegierten und Teilnehmer im Regionalverband West in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf.
Über 1 ½ Jahre dauerten die Vorbereitungen für diesen wichtigsten Tag in der Region West und das war in allen Bereichen sichtbar. „Eine überaus gelungene Veranstaltung“, so der Tenor der anwesenden Gäste im Gelben Salon der traditionsreichen Rheinterrasse Düsseldorf.
Am Vormittag waren über 100 Gäste, darunter zahlreiche Ehrengäste, zur öffentlichen Festveranstaltung des ZDS gekommen. „Es macht uns ungemein stolz, wenn man sieht, dass der ZDS im Westen lebt und unter solch großer Beachtung steht“, so Regionalsekretär Andreas Kramer. Und stolz kann der Regionalverband West zu Recht sein, hat er doch mit der Botschaft des Verbandstags „Mut zur Erneuerung“ den Nagel auf den Kopf getroffen.
Dieses Motto passt nicht nur zur aktuellen Debatte um die künftige deutsche Energiepolitik, sondern auch zu dem Weg, den das moderne Schornsteinfegerhandwerk in den nächsten Monaten bis zum Ende der gesetzlichen Übergangszeit noch vor sich hat.
Mutig muss sich der Schornsteinfegerbetrieb von morgen den künftigen Anforderungen stellen und sich bereits heute darauf vorbereiten. Umdenken und Erneuerung stehen daher an erster Stelle und müssen in Angriff genommen werden, will man den Erfordernissen der Zeit gerecht werden.
„Denn längst ist klar, dass die Zukunft des Schornsteinfegerhandwerkes im Angebot moderner Umweltdienstleistungen liegt“, so der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel in seiner Festrede. „Wer künftig keine gravierenden Einbrüche verzeichnen will, wird sich weiterqualifizieren, Mut haben und aufbrechen und damit auch die Möglichkeiten vergrößern“, ergänzte der Minister. Er dankte den Schornsteinfegern für die bereits geleistete Arbeit im Umwelt- und Klimaschutz in den letzten 25 Jahren und zeigte sich sehr zuversichtlich, dass das Schornsteinfegerhandwerk seinen Teil zur notwendigen ökologisch-industriellen Revolution beitragen wird. „Sie sind als Revolutionäre gefragt“, unterstrich er seine Aufforderung an das glücksbringende Gewerk.
Aber auch andere Themen wurden dem gewählten Motto zugewiesen. So richtete der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion NRW, Norbert Römer, in seiner Rede den Blick auf die tariflichen Aufgaben, die vor dem ZDS liegen, und sicherte in diesem Zusammenhang die Unterstützung seiner Fraktion bei der Umsetzung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung der LKAK und des Mindestlohnes zu.
Lutz Lienenkämper von der CDU-Landtagsfraktion NRW bedankte sich ebenfalls für die Leistungen des Schornsteinfegerhandwerks im Klimaschutz. „Sie sind die Energieberater Deutschlands“, so der ehemalige Bauminister des Landes NRW, „und zusammen bekommen wir unsere Ziel des Umstiegs auf erneuerbare Energien hin.“
Auch der oberste Handwerker von Nordrhein-Westfalen, der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages Willi Hesse, überbrachte sein Grußwort an den ZDS. Er zeigte sich erfreut über das große ehrenamtliche Engagement der Arbeitnehmer im Schornsteinfegerhandwerk bei den Handwerkskammern, wodurch sie wesentlich zur Stärkung des Handwerks beitragen.
Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB-NRW, blickte in seiner Rede ebenfalls in die Zukunft. Er forderte einen sozialverträglichen Umbau der Energiewende ein, damit Tempo nicht vor der Qualität des Weges stehen muss. „Ihr seid die Fachleute, deshalb mischt Euch bitte ein!“, so der oberste Gewerkschaftler des Landes NRW.
Natürlich war auch der 1.Vorsitzende des ZDS, Frank Weber, unter den Rednern. Frank erinnerte in seinen Ausführungen an die Anfänge des Schornsteinfegers in Sachen Energieberatung in Hessen vor ungefähr 20 Jahren. Die damalige Schwachstellenanalyse durch den Schornsteinfeger legte den Grundstein für die beratenden Tätigkeiten zur Energieeinsparung. Wie gut diese Schwachstellenanalyse Anfang der neunziger Jahre angenommen wurde, zeigt eine nachgeschaltete Untersuchung der damaligen Landesregierung. So wurden von den beratenen Menschen von je 1 Euro Investition ins Beratungsprogramm 28 Euro in Sanierungsmaßnahmen umgesetzt.
Imposanter Fachvortag des Klimainstituts
Wichtig war dem Regionalverband West, nicht nur politische Zeichen zu setzen, sondern auch fachliche Impulse zu transportieren. So war ein Teil der Veranstaltung mit einem sehr interessanten Fachvortrag von Dipl.-Ing. Dietmar Schüwer des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie zum Thema Optionen für eine nachhaltige Energie-/Wärmeversorgung in (Wohn-)Gebäuden gefüllt.
Dietmar Schüwer zeigte sehr eindrucksvoll auf, wie sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird und welche Maßnahmen notwendig sind, die weitere globale Erderwärmung und auch dramatische Umweltauswirkungen zu verhindern. Auch der Schornsteinfeger kann zu diesen globalen Zielen einen nicht unerheblichen Teil lokaler Maßnahmen in der Energieeinsparung beitragen.
Ehrung verdienter Funktionsträger
Im Rahmen der Festveranstaltung wurden verdiente ZDS-Funktionsträger geehrt, die seit dem letzten Regionalverbandstag ausgeschieden sind. Der Regionalverband West dankte Michael Mertens (Referatsleiter Recht von 2008–2010), Maike Tritschoks (Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit 2009–2010), Guido Wischmeier (Referatsleiter Controlling 2007–2009, Referatsleiter Haushalt und Controlling 2009–2011), Alexander Damm (Referatsleiter Revision 2009–2011), Nilo Gonzalez Couto (Referatsleiter Haushalt 2007–2009), Patrick Storck (Referatsleiter Gesetze/Verordnungen 2010) und Stephan Lander (Stellvertreter Technik/Bildung 2007–2009) für ihr ehrenamtliches Engagement im ZDS.
Delegiertenversammlung mit wichtigen Entscheidungen
Nach einem kleinen Stehimbiss fand am Nachmittag die Delegiertenversammlung des Regionalverbandstages West statt, wo die Ziele und Aufgaben des ZDS in Nordrhein-Westfalen und Hessen für die nächsten beiden Jahre diskutiert und beschlossen wurden.
So hat sich der ZDS-Regionalverband West mit seinen sieben Bezirksgruppen auferlegt, bis zum nächsten Regionalverbandstag 2013 eine große Mitgliederwerbungskampagne durchzuführen. Ziel soll sein, den heutigen Mitgliederstand um 5 % zu steigern. An diesem Ziel sollen alle ZDS-Funktionsträger mitarbeiten, um unseren Verband zu stärken und auch noch den letzten Nicht-ZDSler von der Leistungsfähigkeit des ZDS zu überzeugen. Nur gemeinsam kann man in diesem Bereich erfolgreich sein, darin war man sich einig.
Außerdem wurde ein Arbeitsrechtsfonds gegründet, der ab dem kommenden Jahr solidarisch die anfallenden Arbeitsrechtskosten in der Region West stemmen soll. Gerade der Arbeitsrechtsschutz ist für viele ZDS-Mitglieder einer der Hauptgründe, Mitglied in unserem Verband zu sein. So konnte man in den letzten beiden Jahren in Nordrhein-Westfalen und Hessen über 140.000 Euro für die ZDS-Mitglieder in Arbeitsrechtsfällen erstreiten. Eine riesige Summe, die in 54 Arbeitsrechtsfällen zusammengekommen ist, Tendenz steigend und gerade deshalb ist dieser Solidarfonds so wichtig.
Regionalverbandsvorstand geschlossen im Amt bestätigt
Im Rahmen des Regionalverbandstages fanden auch Neuwahlen des Regionalverbandsvorstandes West statt. Kontinuität war in diesem Zusammenhang sehr wichtig, um den mittlerweile hervorragend aufgestellten Regionalverband West weiter voranzubringen.
Regionalsekretär Andreas Kramer wurde mit 90 % der abgegebenen Stimmen in geheimer Wahl für die nächsten vier Jahre im Amt bestätigt. Björn Fritz, der das Amt des Stellvertreters Finanzen/Verwaltung begleitet und Sven Rauscher als Stellvertreter Technik/Bildung wurden mit jeweils 96,7 % der Stimmen wiedergewählt.
Auch bei den Landessprechern gab es keine personellen Veränderungen. Ralf Boje erhielt als Landessprecher NRW 86,9 % und Andreas Kramer als Landessprecher Hessen 100 % der abgegebenen Stimmen in geheimer Wahl.
4. Regionalverbandstag 2013 in Fulda
Alles in allem war der 3. Regionalverbandstag sehr professionell und harmonisch. Man hat es verstanden, die Leistungsfähigkeit des ZDS im Westen öffentlich darzustellen und das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter gestärkt. Und so kann man sich bereits heute auf den nächsten Verbandstag in der osthessischen Stadt Fulda freuen, die von den Delegierten einstimmig auserwählt wurde.








