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Aufbruch in ein neues Energiezeitalter -

effizient und kompetent

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

spätestens seit den dramatischen Bildern aus Japan hat sich bei vielen Menschen in unserem Land die Haltung zur Energieversorgung grundlegend geändert. Seither konnten die Bürger dabei zusehen, wie sich die Parteien und allen voran die Bundesregierung im Galopp von ihren Zielen verabschiedet und geradezu eine 180°-Kehrtwende in ihrer Energiepolitik hingelegt haben.

Seit Anfang Juli ist der Ausstieg aus dem atomaren Energiezeitalter nun beschlossene Sache. Über alle Parteigrenzen hinweg stimmten 85,5 % der Abgeordneten für acht Gesetze des EEG. Diesem Gemeinschaftswerk der Politik", wie es der Bundesumweltminister nannte, war ein dreimonatiges Moratorium vorausgegangen. An dieser in Gang gesetzten Energierevolution müssen sich nun alle beteiligen. Das bedeutet aber auch, dass man für die Erneuerung unseres Landes bereit sein muss. Wer den Atomausstieg will, darf sich den Konsequenzen nicht entziehen. Das fängt beim Bau von Stromtrassen an, über die Errichtung von Windparks bis hin zu einem Aufbau effizienterer Kraftwerke. Ein Ja, aber nicht vor meiner Haustür" kann in diesem Zusammenhang nicht gelten!

Die einfachste Art der Erneuerung ist jedoch, Energie erst gar nicht zu verbrauchen, effizienter mit ihr umzugehen und möglichst die Energie dort zu erzeugen, wo sie verbraucht wird: vor Ort in jedem Haus. Zu den vielfältigen technischen Möglichkeiten kommen nun auch zwei Gesetze, die für den Betreiber entsprechende Anreize schaffen sollen: Zum einen wird die Solarförderung für das laufende Jahr fortgeführt, wohingegen jedoch eine Reduzierung ab dem nächsten Jahr um mindestens 9 % steht. Zum anderen werden im Rahmen der Gebäudesanierung zinsgünstige Kredite gefördert. Diese sollen ab dem nächsten Jahr auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Wir haben jedoch festgestellt, dass eine Lücke besteht zwischen dem, was Politik will, und dem Bürger vor Ort. Oftmals sind die Möglichkeiten, die ein Hausbesitzer hat, gar nicht bekannt und genau da wollen wir als Schornsteinfegerhandwerk ansetzen, diese Lücke wollen wir schließen.

Durch die rund 14 Millionen Feuerstätten, die wir im Rahmen unserer Tätigkeiten betreuen, haben wir Kontakt zu fast allen Hausbesitzern. Wir sind das Handwerk, das die meisten Gebäudeenergieberater überhaupt stellt. Wir sind somit die Fachleute, die lokale Stellschrauben allein durch Beratung betätigen können. Hier gilt es anzusetzen, denn der Umgang mit der Energie ist die Schlüsselfrage unserer Zeit. Der Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien liegt direkt vor uns und wir möchten ihn als Handwerk begleiten.

Natürlich werden wir nach wie vor durch unsere Kehr- und Reinigungsarbeiten Rußbrände verhindern und den Betreiber über den Umgang mit seiner Feuerungsanlage fachkundig beraten. Insbesondere im Bereich der festen Brennstoffe und der damit verbundenen Feinstaubproblematik wird das auch weiterhin mehr als notwendig sein, schließlich entsteht durch die Verfeuerung von festen Brennstoffen heute mehr Feinstaub als durch den kompletten Straßenverkehr. Deshalb ist der Schornsteinfeger auch dort ein Mosaikstein, um die Luftqualität in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Uns wird daher nicht bange, denn der Schornsteinfeger von morgen ist gefragter denn je.
Man muss ihn nur effizient einsetzen.

Auf eine gute Zukunft in einem Energiezeitalter ohne Atomstrom!

Ihr/Euer

Andreas Kramer, Regionalsekretär
Regionalverband West